Fairtrade, aber bezahlbar bitte.

BaumwollpflanzeDie Medien sind voll von Berichten über Unglücke in Textilfabriken, die am anderen Ende der Welt Kleidung für uns produzieren. Der Einsturz des achtstöckigen Fabrikgebäudes in Bangladesch gilt als das schlimmste Unglück in der Geschichte der Textilindustrie. Als das Gebäude einstürzt, begräbt es mehr als 3.600 Menschen unter sich. Nach offiziellen Angaben wurden etwa 2.500 Verletzte und mehr als 1.100 Leichen geborgen. Diese Ereignisse sorgen für Betroffenheit, heiße Diskussionen und Schuldzuweisungen.

„Man stelle sich vor, die Aufsichtsräte und Manager von kik, Puma, adidas, nike und anderen Lizenzgebern würden mit Hacke und Spaten bei der Bergung dabei sein, ihre Frauen könnten sich derweilen um die Waisen und Halbwaisen der Toten kümmern!“ kommentierte Georg Schmidt den Artikel Fabrikeinstürze in Bangladesch der TAZ.

Wer aber trägt die Verantwortung für die unerträgliche Situation der Näherinnen? Die Firmen weisen die Verantwortung von sich. Kik etwa sieht die spät eingetroffene Feuerwehr, die Behörden und die Personen in der Pflicht, „die die Türen verschlossen hatten“. Die Gewerkschaft Verdi nennt die schlechte Bezahlung. Nach eigenen Berechnungen würden ein T-Shirt oder eine Bluse nur 12 Cent mehr kosten, wenn deutsche Textilhändler in ihrer Kalkulation für jede Näherin im Monat 50 Euro mehr berücksichtigen würden. Damit würden viele Arbeiter etwa doppelt so viel verdienen wie jetzt. Allerdings berücksichtigt dies weder die Bauern, die Färber oder andere beteiligte Personen.

Dieser Vorschlag wird wohl ins Leere laufen. Schon der Vorschlag, die Abwässer der Färbereien zu klären, wurde mit dem Argument „der Endkunde wäre nicht bereit, die Mehrkosten von etwa 1 Cent“ zu bezahlen, abgetan. Auch wenn sich immer mehr Verbraucher für die Folgen des Konsums interessieren, halten sie an ihren alten Gewohnheiten fest. Zwei Drittel aller Textilien gehen über die Wühltische der Discounter. Andererseits verlangt der Kunde, dass sein T-Shirt fair und sauber hergestellt wird.

FAIRTRADE, FAIR WEAR FOUNDATION, GOTS?

Was also kannst Du tun, um etwas zu verändern? Mehrere Siegel versprechen Dir ein gutes Gewissen beim Kauf Deiner Klamotten. Aber welchen Siegeln kannst Du vertrauen und für was stehen sie überhaupt? Wir stellen Dir heute ein paar Siegel in Kurzform vor, damit Du dir in Zukunft ein Bild machen kannst, was Du da kaufst.

FAIRTRADE

…wurde ins Leben gerufen, um die sozialen Standards in den am meisten benachteiligten Ländern wie Asien, Lateinamerika oder Indien zu stärken. Es ist zwar kein Biosiegel, trotzdem geht es hier um eine nachhaltige Produktion. Durch das Fairtrade-Programm ist es den ärmsten Bauern möglich, nach und nach auf Bio umzustellen, denn Fairtrade unterstützt sie dabei. Das wäre ohne die zusätzlichen Einnahmen nicht möglich. Somit sind inzwischen 65% aller fairtrade-Produkte auch Bio. Mehr zum Thema fairtrade findest du auf fairtrade-deutschland.de

GOTS

…ist ein Öko-Siegel für Textilien. Das Siegel berücksichtigt nicht nur die gesundheitlichen Aspekte der Textilproduktion. Es liefert zusätzlich einen ökologischen Standard: 90 % der Kleidung muss aus Naturfasern hergestellt sein. Davon müssen mindestens 70 % aus biologischem Anbau stammen. Bei Printe besteht selbst das Garn aus 100% Bio-Baumwolle. Bei der gesamten Herstellung muss für das Zertifikat auf den Energie- und Wasserverbrauch geachtet werden, um diesen so gering wie möglich zu halten. Mehr dazu und zu unserer Produktion in Bezug auf das GOTS-Siegel kannst Du hier lesen.

MYCLIMATE

Das myclimate-Logo ist ein Siegel zum CO2-Emissions-Ausgleich. Bei der Produktion und dem Transport von Produkten entsteht CO2. Die Non-Profit-Organisation myclimate, berechnet den entstandenen CO2-Ausstoß und lässt den finanziellen Beitrag der Firmen Klimaschutz-Projekten zukommen. Mehr dazu findest Du unter www.myclimate.de

FAIR WEAR FOUNDATION

…ist ein etwas umstrittenes Siegel. Es macht den Eindruck, gleichwertig zum Fairtrade-Siegel zu sein. Die FWF garantiert allerdings nicht die gleichen Standards wie Fairtrade. Die Mitglieder der Fair Wear Foundation lassen Kontrolleure in ihre Fabriken, um die Bedingungen überprüfen zu lassen. Die Kontrolleure sagen, was schief läuft. Die Produzenten legen im Anschluss einen Plan vor, wie in den folgenden Jahren die Bedingungen verbessert werden sollen. Eine Absichtserklärung besser zu werden also. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Sicher ist diese Absicht zu honorieren – man muss nur wissen, dass es lediglich eine Absicht ist. Mehr zur FWF.

Wer sichergehen will und aus den Katastrophen der Textilindustrie lernt, kommt nicht umhin, seine Kleidung bewusst zu kaufen. Dass es wirklich schön sein kann, nachhaltige und faire Mode zu tragen, wissen wir schon lange. 🙂

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